Oldie but Goldie trifft hier wohl wirklich zu. Ein Buch voller Magie rund um eine der bekanntesten Legenden rund um König Artus und den heiligen Gral. Das Besondere? Es ist aus der Sicht der starken Frauen an König Artus‘ Hof geschrieben. Aber der Reihe nach.

Erzählstil: dritte Person Präteritum
Genre: Fantasy, Mystik
Spannung: 7 (von 10)
Originalität: 6 (von 10)
Sprache/Stil: 7 (von 10)
Pro: Eine wunderbare Geschichte aus einer anderen Sicht erzählt. Wer die Artus Legende und die Geschichte um den heiligen Gral mag, wird hier sicher nicht enttäuscht.
Kon: Da die Geschichte eben so bekannt ist, wirken manche Stellen einfach vorhersehbare, die Geschichte sprüht nicht gerade von Originalität abgesehen davon, dass sie aus einer anderen Sicht erzählt wird.
Wem könnte es gefallen? Jedem, der die Artus Legende und die Suche nach dem heiligen Gral mag und ein wenig mehr Mystik finden möchte, denn hier wird „der Alte Weg“ näher beleuchtet und welchen Einfluss das Christentum auf die Bevölkerung Britanniens hatte

Kampf um das Schwert und das Reich

Zusammenfassung

Die Geschichte beginnt mit Igraine, der Mutter von Artus, als sie noch mit ihrem ersten Mann, Gorlois, dem Duke of Cornwall, vermählt ist. Mit ihm hat sie eine Tochter, Morgaine. Igraine ist eine schöne, junge Frau, die gegen ihren Willen mit dem deutlich älteren Duke verheiratet wurde, und zwar ausgerechnet von ihrer eigenen Schwester, Vivianne, der Herrin vom See. Vivianne ist die Hüterin Avalons und meinte, diese Verbindung wäre wichtig für die heilige Insel und für das Königreich. Denn obwohl das Christentum auf dem Vormarsch ist, wird die große Göttin immer noch verehrt und der König von Britannien ist in Wahrheit nur der Kriegsführer für die Hohepriester Avalons, welche über das Land herrscht.

Nebel von Avalon

Aber die Zeiten ändern sich und obwohl Gorlois Igraine anhimmelt, kann diese sich kaum für ihn erwärmen. Sie ist nur froh, dass ihre jüngste Schwester, Morgause, bei ihr ist, allerdings beginnt das Mädchen mit ihren dreizehn Jahren ihre Reize zu stark einzusetzen, was Igraine ungemein stört. Eines Abends kommt ihre Schwester Vivianne in Begleitung des Merlins zu Igraine und teilt ihr mit, dass Igraine Großkönigin Britanniens werden soll, allerdings nicht an der Seite von Gorlois, sondern von Uther Pendragon, der dem sterbenden König Ambrosius auf den Thron folgen soll.
Igraine weigert sich, denn obwohl sie Gorlois nicht liebt, ist sie ihm treu ergeben. Der Merlin, der Igraines Vater ist, erklärt ihr, dass sie ihrem Schicksal nicht entfliehen kann und sich alles fügen wird, wie es kommen soll. Als Igraine Uther gegenüber steht, fühlt sie sofort eine Verbindung zwischen ihnen, der sie sich zu gerne hingeben würde. Auch Uther fühlt sich zu ihr hingezogen und als Ambroius stirbt und er tatsächlich zum Großkönig wird, unterbreitet er Gorlois das Angebot, Igraine zu seiner Frau zu nehmen und Gorlois reich zu entlohnen. Er lehnt ab und sperrt seine schöne Frau auf Tintagel, einer uneinnehmbaren Burg in Cornwall, ein.

Igraine zürnt ihrem Mann und sehnt sich nach Uther. Mit Magie kann sie Uther zum Sieg verhelfen und mit Magie gelingt es dem Merlin, Uther zu Igraine zu bringen. Die beiden verbringen eine Nacht zusammen und das Schicksal erfüllt sich: Gorlois stirbt, Igraine wird Großkönigin und bringt einen Sohn zur Welt: Artus.

Jahre vergehen und Morgaine wächst heran. Ihre Mutter hat nur noch Augen für Uther und die junge Morgaine muss sich um ihren Babybruder kümmern, der sie vergöttert und den sie ebenso liebt. Doch sie merkt schnell, dass sie nicht in die christliche Welt passt, denn obwohl Uther selbst kein Christ ist, haben sie einen Hauspriester, der Morgaine am liebsten in ein Kloster sperren würde. Aber Vivianne hat andere Pläne und so nimmt sie Morgaine mit nach Avalon, um aus ihr eine Priesterin zu machen.

Damit beginnt die Geschichte um Liebe, Verrat, Neid und Missgunst. Denn die junge Morgaine verliebt sich unsterblich in ihren Cousin, Lancelot, der sich in Guinevere verliebt, die Artus versprochen wird, während Artus bei seiner Krönung als gehörnter Gott ausgerechnet Morgaine als jungfräuliche Göttin begegnet und die Nacht mit ihr verbringt.
Morgause, die zwar Königin ist, aber lieber Großkönigin wäre, versucht ihren Einfluss auf den Thron geltend zu machen und das Christentum droht, den alten Glauben ein für alle Mal auszulöschen.

Sagenhaftes Schwert

Persönliche Meinung und Infos

Wie bereits gesagt, ist die Geschichte aus der Sicht der Frauen geschrieben. Es zeigt, welches Leid Morgaine durchlebt, als sie herausfindet, dass sie mit ihrem Halbbruder geschlafen hat, welche Zweifel Guinevere an sich hat, als sie keine Kinder bekommen kann und wie der starke Wille der beiden wichtigsten Frauen in Artus‘ Leben die Geschicke des Königreichs beeinflussen können.

Marion Zimmer Bradley geht dabei auch auf einige Mysterien ein, wie die heilige Regalia von Britannien, die sich auch heute noch auf Avalon befinden soll, den Zauber des Schwertes Excalibur und seiner magischen Schwertscheide, die von Morgaine selbst angefertigt wurde, um den Träger vor schweren Wunden zu beschützen.

Die Kräfte und Überzeugungen der Priesterinnen, ihre Art zu leben und ihr Los oft zwischen dem, was sie lieben und dem, was richtig ist, wählen zu müssen, wird ebenso beleuchtet wie die Rolle des Merlin von Britannien, der als Bote der Götter angesehen wird und über tiefes Wissen verfügt.

Ich persönlich fand die Geschichte teilweise langatmig, etwa wenn die Freundschaftsturniere der Ritter ins Detail beschrieben werden oder die Feste, die immer gleich sind und kaum Abwechslung bieten.
Dennoch hat sie mich gefesselt. Sie strotzt von Magie und Mysterien rund um eine meiner Lieblingsfiguren, König Artus, wobei die Gralslegende hier etwas tragisch ist und mich eher unglücklich gemacht hat.

Aber alles in allem ist es eine großartige Geschichte, die man gelesen haben sollte, wenn man sich für König Artus oder den heiligen Gral interessiert.

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